Innovative Ideen scheitern selten an der Vision, sondern an der Umsetzung. Gerade Start-ups stossen im Marktumfeld oft an Grenzen, weil viele Unternehmen auf Bewährtes setzen. Genau hier setzen wir mit dem ZFV-Living Lab an. Wir schaffen reale Testumgebungen und bringen Start-ups mit unseren Expert:innen zusammen. AlsPraxispartnerin begleiten wir sie dabei, Ideen unter echten Bedingungen weiterzuentwickeln und zu erproben. Der Erfahrungsbericht von Bioloop berichtet, wie wertvoll offener Austausch und mutige Partner:innen für Innovation sind.
Auf das ZFV-Living Lab (ZLL) sind wir über die Website der ZFV aufmerksam geworden. Das Konzept, Innovationen nicht nur zu diskutieren, sondern im realen Betrieb zu testen, hat uns sofort überzeugt. Entsprechend haben wir uns für den ZLL-Innovation Call 2024 beworben.
Der erste Schritt: Bewerbung und persönlicher Austausch
Als kurze Zeit später die Einladung zu einem persönlichen Austausch kam, bei dem wir Bioloop im Detail vorstellen durften, war die Freude natürlich riesig. Besonders spannend war anschliessend die sogenannte Deep-Dive-Session. Der intensive Austausch mit Expert:innen aus unterschiedlichen Bereichen war für uns sehr wertvoll. Wir konnten kritische Fragen direkt beantworten und unsere Lösung weiter verfeinern.
Heute stehen wir kurz vor dem ersten gemeinsamen Einsatz mit der ZFV. Konkret dürfen wir in den von ihr geführten Gastronomiebetrieben an der Universität Bern starten. Wir schätzen diese Möglichkeit enorm und freuen uns sehr auf die nächsten Schritte.
Warum solche Angebote für Start ups so wichtig sind
Initiativen wie das ZFV-Living Lab sind aus unserer Sicht eher selten, aber enorm wichtig. Für junge Unternehmen ist es eine grosse Herausforderung, praktische Erfahrungen zu sammeln, insbesondere mit etablierten Organisationen.
Die ZFV bringt nicht nur über 130 Jahre Erfahrung in der Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung mit, sondern auch die Bereitschaft, Neues zuzulassen und gemeinsam zu lernen. Diese Kombination ist für uns ideal.
Warum solche Angebote für Start ups so wichtig sind
Initiativen wie das ZFV-Living Lab sind aus unserer Sicht eher selten, aber enorm wichtig. Für junge Unternehmen ist es eine grosse Herausforderung, praktische Erfahrungen zu sammeln, insbesondere mit etablierten Organisationen.
Die ZFV bringt nicht nur über 130 Jahre Erfahrung in der Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung mit, sondern auch die Bereitschaft, Neues zuzulassen und gemeinsam zu lernen. Diese Kombination ist für uns ideal.
Die besondere Herausforderung für junge Unternehmen
Der Bedarf an nachhaltigen und praktikablen Lösungen im Bereich Take-away-Geschirr ist vorhanden, doch es ist eine Herausforderung, mutige Partner:innen zu finden. Start-ups stehen häufig vor einem klassischen Dilemma: Um Vertrauen zu gewinnen, braucht es Erfahrung, doch diese kann man nur sammeln, wenn man eine Chance bekommt. Ähnlich wie bei Berufseinsteiger:innen bevorzugen viele Unternehmen Partner:innen, die bereits Erfahrungen vorweisen können.
Gerade deshalb sind Testumgebungen, wie sie das ZFV-Living Lab schafft, so wertvoll. Sie ermöglichen es Start-ups und jungen Unternehmen wie uns, unsere Lösungen in die Praxis zu bringen. Darüber hinaus können wir sie unter realen Bedingungen weiterentwickeln und dabei Prozesse, Produkte, Kommunikation und alles Weitere kontinuierlich verbessern.
Es macht wirklich Freude, mit dem ZFV-Living Lab eine Partnerin zu haben, die bereit ist, Verantwortung mitzutragen und Innovation unter realen Bedingungen zuzulassen. Genau solche Kooperationen braucht es für Start-ups, damit nachhaltige Lösungen vom Konzept in den Alltag gelangen.
Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Die Zusammenarbeit mit dem ZFV-Living Lab, Christian Gerber, Leiter Innovation ZFV, und den involvierten ZFV-Expert:innen erleben wir als durchwegs positiv. Mit Christian haben wir einen Profi als Ansprechperson, der sich im Innovationsumfeld hervorragend auskennt und uns mit viel Engagement begleitet.
Auch der Austausch mit dem sogenannten Challengeboard, einem Gremium aus ZFV-Fachpersonen verschiedener Bereiche, ist für uns wertvoll. Es ist bereichernd, sich mit Personen auszutauschen, die die richtigen Fragen stellen und durch ihre Erfahrung eine Innovation direkt fundiert einschätzen können.
Unterstützung, Learnings und Herausforderungen
Besonders geholfen hat uns im gesamten Prozess die Offenheit und die klare Kommunikation. Wir wussten jederzeit, wo wir stehen, was erwartet wird und welche nächsten Schritte sinnvoll sind. Wir sind begeistert, die Möglichkeit erhalten zu haben, in diesem innovativen Umfeld mitzuwirken, und sind gespannt auf die nächsten Schritte und Learnings. Zudem freuen wir uns darauf, unser Konzept weiter zu verbessern.
Vier Fragen an Christian Gerber
Christian ist Leiter Innovation der ZFV und verantwortet das ZFV-Living Lab. Von der ersten Idee bis hin zur Umsetzung begleitet er die Plattform für Testumgebungen.
Was hat dich beim ersten Pitch von Bioloop besonders beschäftigt?
Christian: Der erste Austausch hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Ideen kritisch zu hinterfragen. Bioloop präsentierte eine Kreislauflösung für Einweggeschirr und -becher, die es in dieser Form noch nicht gibt. Entsprechend mussten wir den Ansatz zunächst genau verstehen.
Im Fokus stand die Frage nach Impact und Potenzial.. Dennoch verbessert die Lösung den Status quo, unter anderem durch umweltfreundlichere Materialien. Das Potenzial ist vorhanden. Alles Weitere wird der aktuelle Testlauf zeigen.
Wie entscheidet ihr, ob aus einer Idee ein konkreter Test wird?
Christian: Jede Idee wird im Challenge Board geprüft. Fachpersonen aus verschiedenen Bereichen der ZFV bewerten sie anhand klarer Kriterien und aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei setzen wir für den Austausch mit den Start-ups auf Ehrlichkeit, Wissenstransfer sowie schnelle und klare Rückmeldungen. Erreichen ihre Lösungen die definierte Punktzahl, folgt der Praxistest. Anschliessend entscheiden wir gemeinsam über das weitere Vorgehen.
Wie stellt ihr sicher, dass Annahmen auch der Realität standhalten?
Christian: Hinter jeder Innovation stehen Hypothesen. Diese überprüfen wir im Praxistest systematisch und entlang der Dimensionen Bedürfnis, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit. Mit Feldversuchen, Stichproben und Interviews machen wir sichtbar, was zuvor Annahme war. Unser Grundsatz lautet: früh testen, gezielt lernen und konsequent weiterentwickeln.
Bei Bioloop prüfen wir derzeit während drei Monaten an zwei Standorten, ob Gäste ihre Becher korrekt in die vorgesehenen Sammelbehälter entsorgen. Dabei analysieren wir Prozesse, Kommunikation und Infrastruktur. So wird Innovation messbar – ein Realitätscheck unter echten Bedingungen.
Was unterscheidet für dich klassische Innovationsförderung von echter Partnerschaft im ZFV-Living Lab?
Christian: Klassische Innovationsförderung endet oft bei Finanzierung oder punktueller Beratung. Im ZFV-Living Lab verstehen wir Innovation als gemeinsamen Lernprozess. Wir begleiten Start-ups als aktive Praxispartnerin und öffnen unser Expert:innennetzwerk sowie über 220 Begegnungsorte für reale Tests.
So schaffen wir individuelle Testumgebungen, in denen auch risikobehaftete Ansätze im kleinen Massstab erprobt werden können. Echte Partnerschaft bedeutet für uns, gemeinsam zu prüfen, zu lernen und weiterzuentwickeln. Immer mit dem Ziel, Lösungen marktfähig und wirksam zu machen.
Bioloop
Eine Welt, in der Einwegverpackungen kein Abfall, sondern Teil eines natürlichen Kreislaufs sind. Das ist die Vision von Bioloop.
Das Start-up bietet kompostierbares Take-away-Geschirr an, das Teil eines geschlossenen Kreislaufs wird: Nach dem Gebrauch wird das Geschirr gesammelt und im anschliessenden Kompostierungsprozess wieder zu fruchtbarer Erde.
Gemeinsam mit der ZFV bringt Bioloop sein Kreislaufsystem erstmals in der Gemeinschaftsgastronomie zum Einsatz: vom 16. März bis 12. Juni 2026 an der Universität Bern sowie im Bistro Dällebach am Helsana-Standort.
ZFV-Living Lab
Das ZFV-Living Lab ermöglicht Start-ups, nachhaltige Ideen unter realen Bedingungen in ZFV-Betrieben zu testen und weiterzuentwickeln. Begleitet werden die Projekte von Christian Gerber, Leiter Innovation, sowie weiteren ZFV-Expert:innen. Über den jährlichen ZLL Innovation Call werden zusätzlich gezielt Ideen ausgewählt, geprüft und bei entsprechendem Potenzial bis zur Markteinführung begleitet.