Food Save neu gedacht: Das Potenzial von Nebenströmen

Nachhaltigkeit
 -  04.09.26 - 16:17
Vier Gerichte auf einem bunten Untergrund

Okara, Biertreber oder Presskuchen. Klingt noch nicht nach Lieblingslunch? Sollte es aber. Denn bei der Lebensmittelproduktion entstehen wertvolle Rohstoffe, die viel mehr können, als im Abfall zu landen. Vier unserer Partner:innen zeigen, wie daraus neue Zutaten und besonderer Genuss entstehen.

Nebenströme? Klingt komplizierter, als es ist.

Wo Lebensmittel produziert werden, bleibt oft etwas übrig. Bei der Tofuherstellung entsteht Okara, beim Bierbrauen Treber. Auch bei der Verarbeitung von Getreide oder Ölsaaten fallen wertvolle Rohstoffe an.

Solche Nebenströme sind nicht das eigentliche Hauptprodukt, enthalten aber häufig wertvolle Bestandteile. Trotzdem werden sie noch viel zu selten weiterverarbeitet, etwa weil geeignete Prozesse fehlen oder die Verarbeitung zu aufwendig ist.
Genau hier wird Food Save spannend. Wie es anders geht, zeigen unsere vier Food-Save-Partner:innen.

Okara: In Asien bekannt, bei uns neu entdeckt

Für Tofu werden Sojabohnen eingeweicht, gemahlen und ausgepresst. Dabei bleibt neben der Flüssigkeit eine feste Masse zurück: Okara.

Was im asiatischen Raum als Zutat bekannt ist, wird hierzulande bis heute kaum als Lebensmittel genutzt. Das Schweizer Foodtech-Unternehmen Luya hat dieses Potenzial erkannt und verarbeitet Okara zu pflanzlichen Produkten.

Am 17. September 2026 wird ein Luya-Teriyaki-Geschnetzeltes während unserer Food-Save-Wochen zur kreativen Bowl. So wird aus einem Nebenstrom der Tofuproduktion ein echter Lieblingslunch.

Biertreber: Food Save aus der Brauerei

Beim Bierbrauen bleibt Treber zurück. Er besteht aus den festen Bestandteilen des Braumalzes und enthält viele wertvolle Nährstoffe.
Brewbee gibt diesem Rohstoff eine neue Aufgabe und verarbeitet ihn zu Lebensmitteln. Das daraus hergestellte Geschnetzelte landet bei uns am 22. September 2026 in einem besonderen Bibimbap. Bier zum Lunch? Nicht ganz. Aber ziemlich nah dran.

Presskuchen: Wertvoller Rohstoff mit Potenzial

Nicht alles, was bei der Lebensmittelproduktion übrig bleibt, hat ausgedient. Bei der Herstellung von Speiseöl entstehen aus dem ausgepressten Pflanzenmaterial sogenannte «Presskuchen». Ein Rohstoff, in dem noch jede Menge Potenzial in Form von Nährstoffen steckt.

Protaneo nutzt genau dieses Potenzial. Der Presskuchen wird mit Schweizer Gelberbsen und Ackerbohnen verarbeitet und mit IP-SUISSE Rind zu einem Burger-Pattie kombiniert. So bekommt ein Nebenstrom aus der Speiseölherstellung eine neue kulinarische Aufgabe und gleichzeitig wird der Anteil tierischer Proteine reduziert.

Das Resultat gibt es am 15. September 2026 während unserer Food-Save-Wochen als Burger. Und der zeigt: Was bei einem Produktionsprozess übrig bleibt, kann beim nächsten für richtig guten Geschmack sorgen.

Burger mit Briochebun auf einem Teller
Food-Save-Burger, serviert am 15. September 2026
Oranger Teller mit Bibimbap auf einem Tisch
Food-Save-Bibimbap, serviert am 17. September 2026
Weisser Teller mit asiatischer Bowl mit Gemüse und Sauce
Food-Save-Bowl, serviert am 22. September 2026
Schwarzer Teller mit Hacktätschli, Kartoffelstock und Blaukraut
Food-Save-Hacktätschli, serviert am 24. September 2026

Kernser Edelpilze: Auf Nebenprodukten wächst Neues

Bei der Kernser Edelpilze GmbH werden Nebenströme nicht direkt zu einem neuen Lebensmittel. Sie helfen aber dabei, eines wachsen zu lassen: Die Pilze wachsen auf einem eigens hergestellten Substrat aus upgecyceltem Holz und Presskuchen aus der Speiseölherstellung.

Diese Rohstoffe bilden die Grundlage für das Wachstum von Shiitake, Austernseitlingen und weiteren Edelpilzen. Und selbst danach geht der Kreislauf weiter: Das verbleibende Substrat wird zu nährstoffreichem Kompost für die regenerative Landwirtschaft.

Aus den Stielen der Edelpilze entsteht ein Hack, das die Basis für unsere Food-Save-Hacktätschli bildet. Nicht nur lecker, sondern auch ganzheitlich verarbeitet. Am 24. September 2026 gibt es sie in unseren Begegnungsorten zu probieren.

Vier Geschichten. Eine Idee.

Diese vier Geschichten zeigen: Food Save beginnt nicht erst beim verschrumpelten Rüebli im Kühlschrank. Es beginnt bereits bei der Entwicklung von Produkten und beim Hinterfragen bestehender Prozesse.
Die Chance liegt darin, Rohstoffe nicht als Ende eines Prozesses zu betrachten, sondern als möglichen Anfang des nächsten.

Bereit, Zutaten aus Nebenströmen zu testen?

Vom 14. bis 25. September 2026 bringen wir diese Ideen auf den Teller. Unsere Begegnungsorte laden zum Probieren ein. Noch mehr Food Save gibt es mit Tipps und Rezepten auf unserem Blog.


Denn am Ende zählt nicht nur, was gerettet wurde. Sondern auch, was daraus entsteht.

Find it. Save it. Love it.